veröffentlicht am 15. Januar 2019 / ca. 7 Minuten Lesezeit

veröffentlicht am 8. Februar 2019 / ca. 7 Minuten Lesezeit

UNSERE ERFAHRUNGEN MIT SHOPIFY

Als E-Commerce Agentur und offizieller Partner von Shopify haben wir natürlich schon viele Erfahrungen mit diesem System gemacht. In diesem Artikel möchten wir unsere Erfahrungen mit Ihnen teilen und aufzeigen, welche Vor- & Nachteile wir in Shopify sehen. 

1. Einleitung

Bei fast jedem unserer Online-Shop-Projekte arbeiten wir heute mit Shopify.

Dafür gibt es sehr viele Gründe und diese werden wir Ihnen in diesem Artikel darlegen, doch erst einmal ein paar Zahlen und Fakten rund um Shopify:

Shopify wurde im Jahr 2004 von dem Deutschen Tobias Lütge in Kanada gegründet und hat heute bereits über 3.000 Mitarbeiter. Weltweit setzen 600.000 Unternehmen und über 1.000.000 aktive Nutzer auf diese Plattform und haben bisher über $82.000.000 über sie umgesetzt.

Damit sollte jedem klar sein, dass Shopify definitiv kein kleiner Anbieter, sondern eine der etabliertesten Lösungen im E-Commerce-Bereich ist. Seit kurzem ist die Plattform auch komplett in deutscher Sprache verfügbar und für den deutschen Markt optimiert. Highlight: mit nur wenigen Schritten lässt sich ein Shopify-Shop nun rechtssicher und sogar DSGVO-Konform machen.

2. Zielgruppe

Shopify eignet sich bestens für Händler aller Größen. Ideal ist es für diejenigen, die sich zum ersten mal im Online-Handel ausprobieren wollen, da Sie beispielsweise mit Shopify Lite einfach für eine geringe Gebühr anfangen können, auf Ihrer bestehenden Website Produkte anzubieten. Besonders, da keine Einrichtungsgebühr oder Mindestlaufzeit verlangt wird, wählen viele Einsteiger den Shopify Basic-Tarif.

Es stehen grundsätzlich 4 Tarife zur Auswahl, je nach Bedarf und Budget ist für jeden das passende dabei. Für große Konzerne gibt es darüber hinaus noch Shopify Plus, mit individuellen Lösungen für Unternehmen mit sehr hohen Verkaufs- und Umsatzzahlen.

3. Preis

Ein sehr großer Vorteil von Shopify ist, dass keine einmalige Einrichtungsgebühr anfällt. Während für viele andere Shop-Systeme ja bekanntlich erst einmal Lizenzen im 4-stelligen  Euro-Bereich gekauft werden müssen, fallen diese Kosten bei Shopify weg, hier muss nur monatlich bezahlt werden.

Diese Kosten variieren je nach Tarif und beginnen bei $9 / Monat für Shopify Lite (Produkte können z.B. auf bestehendem Blog eingebunden werden), der Basic-Tarif kostet im Monat $29.

Wichtig ist es hier zu betonen, dass ein SSL-Zertifikat und Hosting mit unbegrenzter Bandbreite bereits inklusive sind.

 

Je nach Zahl der Verkäufe oder Wert der verkauften Produkte sollte man seinen Tarif aber auch hinsichtlich der unterschiedlich hohen Verkaufsprovisionen wählen, diese reicht von 2% (Basic-Tarif) bis 0,5% (Advanced-Tarif). 

 

Natürlich gibt es auch ein paar Nachteile, die wir nun besprechen werden.

Durch die Provision die bei jedem Verkauf anfällt, können die laufenden Kosten bei hohen Umsatzzahlen teuer werden, da es bei Shopify keine „Flatrate“ gibt. 

Die Preise für Premium-Themes liegen teilweise etwas über dem Durchschnitt, allerdings sind schon die meisten kostenlosen Themes so gut, dass eigentlich jeder fündig werden sollte. Da Shopify nur Zahlungen in US-Dollar akzeptiert, können die tatsächlichen monatlichen Kosten je nach Umrechnungskurs etwas schwanken. 

Das größte Problem mit dem wir bisher umgehen mussten ist jedoch, dass Shopify selbst nur Kreditkartenzahlungen akzeptiert (Sie können in Ihrem Shop natürlich trotzdem jede Menge anderer Zahlungsmethoden einbinden), Sie können Ihren Tarif nicht per Überweisung, Rechnung etc. bezahlen, wenn Sie keine Kreditkarte besitzen, können Sie Shopify nicht nutzen. 

Hinweis: es werden auch keine Prepaid-Kreditkarten akzeptiert.

 

Weitere Informationen finden sie auf https://www.shopify.de/preise.

4. Bedienung

Die Einführung von Shopify auf Deutsch war ein sehr wichtiger Schritt, grade für uns als Agentur, da es die Bedienung und Orientierung im Backend von Shopify besonders auch für unsere Kunden sehr viel einfacher gemacht hat

Schon vor der Einführung von Shopify Deutschland war es möglich, die Sprache des Shop-Themes auf deutsch zu stellen, doch inzwischen ist auch das Backend 100% deutsch. 

Dieses ist sehr klar und recht reduziert aufgebaut, die Orientierung ist sehr intuitiv und es geht recht schnell, sich einzuarbeiten. Es ist sehr einfach, neue Produkte einzupflegen und zu bearbeiten, besonderer Wert wurde darauf gelegt, die SEO-Anpassungen von (Produkt-)Seiten so unkompliziert wie möglich zu machen.

Da Shopify ein Cloud-basiertes System ist, steht der Nutzung keine komplizierte Installation bevor, man wählt einen Namen und eine E-Mail-Adresse und schon kann es losgehen!

Ein paar Probleme hatten wir jedoch beim CSV-Export bei Produkten, auch die Anbindung an Systeme wie Afterbuygestaltet sich etwas schwieriger als bei anderen Shop-Anbietern.

5. Funktionen

Aufgrund der Verbreitung von Shopify und der enormen Anzahl der Nutzer gibt es eine sehr große Auswahl an Apps und Ressourcen mit denen man den eignen Shop erweitern und anpassen kann. Es gibt für fast jede Frage eine Antwort im Forum oder ein Video von einem anderen Shop-Betreiber.

Es können alle gängigen Zahlungsmethoden verwendet werden, neben PayPal, AmazonPay und Kreditkartenzahlungen per Stripe können auch Zahlungen per Klarna, Sofort etc. empfangen werden.

Durch das POS-System (Point of Sale) kann auch im eigenen Ladengeschäft über das Shopify-System verkauft werden, doch dafür ist einiges an Hardware nötig.  Die integrierten Analyse-Tools zeigen, wie Besucher sich auf der Seite verhalten und geben hilfreiche Verbesserungsvorschläge.

Leider sind während der 14-tägigen Testphase keine Verkäufe möglich, auch der Warenkorb kann während dieser Zeit nicht aufgerufen werden (im Editor natürlich schon). Ein Problem bei der Suchmaschinenoptimierung ist, dass sich die URLs nicht vollständig bearbeiten lassen, man bekommt zum Beispiel ein „/products“ auf den Produktseiten nicht gelöscht. 

Ohne eine kostenpflichtige App ist es nicht möglich, Versandkosten nach Postleitzahl zu berechnen. Sollten Sie mit DPD verschicken, können Sie also nicht automatisch einen Inselzuschlag berechnen.

6. Design

Ein weiterer Vorteil der großen Menge an Nutzern ist es, dass es sehr viele Design-Vorlagen zur Auswahl gibt. Die Shopify-Templates sind alle sehr modern und bieten darüber hinaus tolle Mobilversionen. 

Durch die Möglichkeit in den Code einzugreifen, lassen sich auch Änderungen vornehmen, die sich im Editor nicht umsetzen lassen.

Wenn man den Code verändern möchte, sollte man natürlich wissen was man tut. Allerdings sind die Änderungsmöglichkeiten über den Editor in manchen Bereichen recht beschränkt, der „E-Commerce by Shopify“-Slogan in der Fußzeile lässt sich ohne Eingriff in den Code nicht entfernen.

7. Service & Support

Bei Fragen und Problemen steht der Live-Chat-Support 24/7 zur Verfügung. Unserer Erfahrung nach ist dieser auch immer schnell und konnte bisher so gut wie jedes Problem lösen. Durch die vielen Nutzer gibt es auch zahlreiche Forenbeiträge, die meisten Probleme sind auch schon bei anderen aufgetaucht, dort kann man Antworten auf fast alle Fragen finden.

Auch wenn Shopify jetzt auf deutsch verfügbar ist, gibt es keinen deutschsprachigen Support. Im Live-Chat muss man als normaler Kunde zu gewissen Zeiten ein paar Minuten warten, Shopify-Partner kommen jedoch immer sofort dran.